Über uns

Liturgisches Anliegen
Ein besonderes Anliegen der Bewegung ist die Pflege der Zelebrationsrichtung „nach Osten“ (Versus orientem), die auch bei der Liturgiereform des II. Vatikanums weder  abgeschafft noch verboten wurde. Dabei geht es nicht um ein stures festhalten einer früheren Form aus nostalgischen Gefühlen oder antiquarischem Interesse, sondern um die Spiritualität des Bildes, die eine mystische Versenkung anstrebt. Mit seiner Formulierung „Christus ist  das Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15) lädt Paulus ein, in der und durch die Menschengestalt Christi den lebendigen Gott, der „Geist ist“ (vgl. Joh 4,24), in der Gemeinschaft der Feiernden zu berühren, indem alle – LiturgInnen und Volk – gemeinsam auf Christus schauen.

Die Zelebration nach Osten – ein ökumenisches Zeichen
Ist die Zelebration „nach Osten“ heute noch bei allen Orthodoxen Kirchen, sowie bei gewissen Altkatholischen, Lutherischen (siehe Bild: Lutherkirche Zürich) und Anglikanischen Kirchen üblich, so verschwand sie in der Römisch-katholischen Kirche fast komplett. Dieser Prozess führte dazu, dass in konservativen und traditionalistischen katholischen Kreisen allein diese Form als die Richtige erachtet wird, was wiederum dazu führt, dass die Zelebration „nach Osten“ von ihren Kritikern als Kennzeichen eines „reaktionären Katholizismus“ ausgelegt wird. Gegen diese engen Ansichten sprechen jedoch die eingangs genannten Liturgien der verschiedenen Kirchen. Ein neugieriger Blick über die Konfessions- und Religionsgrenze zeigt, dass in allen Kulturkreisen unserer Welt Riten zu finden sind, deren Bedeutung und Wert nur zu verstehen ist, wenn man sich ihnen möglichst vorurteilsfrei annähert. Alle Traditionen, die Ausdruck der zeitlosen menschlichen Suche nach dem Göttlichen sind, ist mit Respekt und Wert-schätzung zu begegnen.   

Sprache und Gebräuche
In Bezug auf die liturgische Sprache setzt sich Solemnitas nicht fest. Die Pflege des Lateins in der Form der Ordinariumsgesänge ist ebenso angebracht wie die Verwendung Landes- und anderssprachlicher Lieder (z.B. Taizé). Hingegen werden die liturgischen Texte (Orationen) aus pastoralen Gründen generell in der Landessprache gesprochen und im Rahmen der Verkündigung ist auch – je nach Personenkreis – auch die Mundart nicht ausgeschlossen.
Die Kommunionspendung wird - dem Anliegen um Übereinstimmung von Wort und Kult folgend – unter beiden Gestalten gereicht, wobei die Wahl der Form des Empfanges (Intinktion der Hostie oder Trinken aus dem Kelch) den Gläubigen freigestellt bleibt.

Ökumene
Solemnitas pflegt die Ökumene auf zwei Arten; einerseits sind alle Menschen, gleich welcher Religion und Kultur zu Gottesdienst, Teilete und anderen Anlässen willkommen, wobei die gottesdienstliche Mahlgemeinschaft die christliche Taufe voraussetzt. Anderseits soll gerade im Gottesdienst eine gelebte Ökumene sichtbar werden, indem sich Klerikerinnen und Kleriker anderer Konfessionen allgemein im Altardienst, speziell auch im Wortgottesdienst-Teil aktiv einbringen (Lesungen, Impuls) oder diesen in ihrer Tradition gestalten können. Diese Regelung, gilt ausschliesslich für den Solemnitas-Bereich der Pfarrei Heilig-Geist, Zürich-Höngg.